Klinik-Initiative LEBEN

 
 
 

GE­SUND­HEITS­VOR­SOR­GE ODER PROFIT?

 
 

Unser Gesundheitssystem lebt von der Nähe zu den Menschen und von Menschen, die sich um diejenigen kümmern, die Hilfe brauchen.

 
Deshalb hat der Ortenaukreis bisher der Versuchung widerstanden, sich zuerst an wirtschaftlichen Kriterien zu orientieren. Er hat gezeigt, dass eine menschliche Medizin auch so organisiert werden kann, dass sie finanziell beherrschbar bleibt.

 
Ist das vorbei? Geht es jetzt nur noch um Bilanzen, Zahlen, Quadratmeter pro Patient? Ist Zentralisierung in Großeinheiten, die man dann Maximalversorgung nennt, das Gebot der Stunde? Das Gutachten, das künftigen Weichenstellungen zugrunde gelegt werden soll, legt diesen Schluss nahe.

 

 
Das widerspricht unserer Auffassung von einer Gesundheitspolitik, die den Menschen dient.

 
Wir rufen deshalb dazu auf, Entscheidungen zur künftigen Kliniklandschaft in der Ortenau nach den Auswirkungen auf die Menschen auszurichten und sich nicht von den Profitzahlen eines fragwürdigen Gutachtens leiten zu lassen. Die wirklichen Argumente in diesem Gutachten sind bescheiden. Positionen werden nicht abgewogen, sondern einseitig festgestellt.

 
Wir lassen uns nicht von Zahlenkolonnen erschlagen. Wir sehen, wie den Menschen bisher wo geholfen wurde und wir erwarten, dass die sehr positive Bewertung der ärztlichen und pflegerischen Arbeit im Ettenheimer Krankenhaus durch die Patienten, den Ausschlag für ein Weiterbestehen im Klinikverbund Lahr-Ettenheim gibt.

 
 

 
 
 

Offener Brief von Bürgermeister Bruno Metz an Landrat Frank Scherer zur Klinikdebatte:

 

 
 
Sehr geehrter Herr Landrat Scherer,

in einem Interview der Lahrer Zeitung am Samstag sind Sie zur Überprüfungsklausel zitiert: „Sollte sich die Situation in Ettenheim erheblich verbessern, wird neu verhandelt.“

 
Bisher hat das Ettenheimer Krankenhaus als Teil des Lahrer Klinikums

 
· die beste Patientenbewertung aller Kliniken des Ortenaukreises, auch beim wichtigen Feld des Behandlungserfolgs.

 
· die schlanke Aufstellung und Aufgaben in der Grundversorgung in der Inneren Abteilung sowie mit Fuß- und Schmerztherapie ortenauweite Spezialisierungen.

 
· für das Ortenau Klinikum eine Wirkung in den benachbarten Kreis. Gemeinden, Ärzte und Bürger aus dem südlichen Nachbarkreis haben sich für das Ettenheimer Krankenhaus ausgesprochen. Von dort kommen eine nicht unerhebliche Anzahl von Patienten nach Ettenheim und über Ettenheim auch in andere Ortenauer Häuser.

 
· bis zu strukturellen Eingriffen durch das Management nach allen Informationen, die mir zur Verfügung stehen, eine sehr gute Auslastung und wirtschaftliche Prosperität.

 
· eine sehr gute Zusammenarbeit mit guter Aufgabenteilung im Verbund.

 
 
Daher bitte ich um Information, in welchen Kriterien sich die Situation in Ettenheim verbessern soll, um im Rahmen der Überprüfungsklausel eine Chance zu bekommen, auch künftig als stationärer Klinikstandort positiv zum Ortenauer Klinikergebnis beitragen zu dürfen.

 
Wir alle wissen, die im Lohfert & Lohfert-Gutachten beschriebene zurückgehende Auslastung von 2015 auf 2016 ist Ergebnis dessen, dass 2016 Personal von Ettenheim nach Lahr entliehen und Teile des Ettenheimer Hauses zeitweise geschlossen wurden. Die von Ihnen ins Feld geführten 64 % Auslastung im Jahr 2017 ist im wesentlichen Ergebnis der Ansiedlung der Fußchirurgie. Die Chirurgen haben sich für Ettenheim und gegen andere Ortenauer Standorte ausgesprochen. Da leider nur ein funktionstüchtiger Operationssaal in Ettenheim zur Verfügung steht, wurde die Priorität auf die Fußchirurgie gelegt; die anderen Operateure wurden nach Lahr beordert. Die sehr gute Fußchirurgie mit ihrem hohen ambulanten Anteil kann natürlich die chirurgischen Betten nicht so umfänglich füllen, wie dies zuvor mehrere Operateure im laparoskopischen und orthopädischen Bereich tun konnten.

 
 

 
 
Sie betonen zu Recht immer wieder den Ein-Haus-Gedanke, d.h. alle Häuser ergänzen sich und stehen zusammen. Unter diesem Aspekt war die Entscheidung zur Fußchirurgie sicher richtig. Bedauerlich ist, dass die Gründe, die bei uns zu rückgängigen Belegungen führen – Herr Keller sprach kürzlich nach Veröffentlichung mehrerer Zeitungen sogar von nur 50 % – nicht erwähnt werden.

 
Dass dies und die auf der öffentlichen Veranstaltung in Ettenheim gefallene Aussage „Wir schließen kein Haus. Wir legen nur zusammen.“ in Ettenheim keinen Beifall findet, ist sicher nachvollziehbar. In Ettenheim geht es um über 12.000 Patientenkontakte im Jahr. Das sind Behandlungen, mit denen Menschen konkret geholfen wird. Das ist mit einer Verkehrsbelastung verbunden, die bei uns reibungslos läuft, an anderen Standorten aber schon zu erheblicher Anwohnerkritik geführt hat.

 
Ich bin dankbar, dass die Clinotel-Patientenumfrage, wenn auch erst nach mehrfachem Nachfassen, publik gemacht worden ist. Ettenheim hat hier die besten Bewertungen aller 8 verglichenen Kliniken. Die Veröffentlichung erfolgte jedoch mit einem Pressegespräch und wiederum ordentlichen Relativierungen: „Das Haus habe eine geringe Auslastung“, „Pro Patient stehe ein Mehrfaches an Personal zur Verfügung“ usw. Mitarbeiter haben für diese guten Ergebnisse hart gearbeitet.

 
Immer wieder werden Statistiken bemüht. Ein niedergelassener Arzt hat mir die Untersuchung einer renommierten Krankenkasse zur Verfügung gestellt. Danach hat Ettenheim ebenfalls eine sehr gute Relation von behandelten Patienten auf tätige Ärzte und Pflegekräfte.

 
All das verunsichert. Daher meine Bitte und dringende Anfrage im Interesse aller Krankenhäuser:

 
· Welche Kriterien sollen der Überprüfungsklausel, die bis etwa 2025 greifen soll, zu Grunde gelegt werden?

 
· Wo soll sich die Situation in Ettenheim erheblich verbessern?

 
· Wie unterstützt der Träger diesen Weg?

 
 
Das gleiche gilt auch für Oberkirch und Kehl.

 
Die Kolleginnen und Kollegen des Kreistags sowie die Presse erhalten eine Mehrfertigung.

 
 
Mit freundlichen Grüßen

Bruno Metz, Bürgermeister

 

 
 
 
 
 

Bürgermeister der Gemeinden aus der Region übergaben Resolution an die Klinikinitiative LEBEN:

 

 
 
Das Ettenheimer Krankenhaus ist von essentieller Bedeutung für die Gesundheitsversorung der Menschen in der Region

 
Einen Tag bevor die Zukunft des Ettenheimer Krankenhauses im Krankenhausausschusses des Kreistages beraten wird, übergaben die Bürgermeister und Vertreter der Gemeinden Rheinhausen, Kappel-Grafenhausen, Rust, Ringsheim, Mahlberg und Ettenheim die Resolution zum Erhalt der Gesundheitseinrichtung an die Klinikinitiative LEBEN. Am Dienstagabend ist die Resolution auf der Tagesordnung des Herbolzheimer Gemeinderates. Auch Charlotte Schubnell aus Friesenheim setzt sich als Kreisrätin für den Erhalt des Krankenhauses ein und übergab eine Stellungnahme der Friesenheimer Ärzte, die sich für den unbedingten Erhalt der Ettenheimer Klinik aussprachen. Seitens der Klinikinitiative nahmen Minister a.D. Helmut Rau und Professor Dr. Thomas Breyer-Mayländer die Resolutionen entgegen.

 
Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz betonte, dass mit dem Termin noch einmal deutlich gemacht werden sollte, welche Strahlwirkung die Klinik für die Menschen in der Region habe. Sowohl in der Südlichen Ortenau als auch im nördlichen Breisgau. Knapp 21 000 Menschen aus 22 Kommunen und Städten der Ortenau hätten sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt ausgesprochen, außerdem auch aus 13 Gemeinden des Landkreises Emmendingen.

 
Alle Bürgermeister betonten die große und wichtige Bedeutung des Krankenhauses für ihre Bürger. „Das Ettenheimer Krankenhaus ist unabdingbar für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und die wohnortnahe Versorgung der Menschen“, bekräftigt Kai Achim Klare Bürgermeister aus Rust und stellvertretender Vorsitzender des Klinikfördervereins. Auch Dr. Jürgen Louis, Bürgermeister von Rheinhausen sagte: „Es war uns ein Anliegen und Bedürfnis, tätig zu werden. Das Krankenhaus ist eine wichtige Einrichtung auch für den nördlichen Breisgau“.

 

 
 
 
resolution

 
Herbolzheims Bürgermeister Thomas Gedemer betonte, dass es eine Initiative aus dem Gemeinderat heraus gab, sich für den Erhalt des Ettenheimer Krankenhauses einzusetzen.

 
Neben den Bürgermeistern und Vertretern der Kommunen waren auch zahlreiche Gemeinderäte gekommen, um ein Signal für den Erhalt zu setzen.

 
 
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Das sagen Betroffene

 
Das Ettenheimer Krankenhaus hat eine extrem hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung dieser Raumschaft und darüber hinaus.
Wir lassen Menschen und ehemalige Patienten zu Wort kommen.